Wenn Du als Fotograf zu teuer bist, wirst Du nicht beauftragt – wenn Du jedoch beruflich fotografierst und dabei unter Preis arbeitest, kannst Du Deinen Lebensunterhalt nicht bestreiten. Kundinnen und Kunden wiederum schachern häufig um jeden Euro Stundensatz und möchten am liebsten günstige Kennen Lernpreise vereinbaren: Keine einfache Situation, vor allem für Berufseinsteiger*innen. Wir helfen Deiner Kalkulation auf die Sprünge!

Zwar ist Angebotskalkulation für Fotografen besonders anfangs recht komplex. In einer Zeit, in der buchstäblich jedes Smartphone hochauflösende Fotos macht, erschließt sich nur wenigen Laien, dass gute Fotografie ein Job für Profis ist. Die potenziellen Auftraggeber jeder Branche benehmen sich wie auf dem Basar und schauen, mit welchen Argumenten der Preis sich drücken lässt. Aber auf einen „Deal“ solltest Du Dich keinesfalls einlassen. Auch als Anfänger*in nicht: Kennen Lernpreise sind nicht in Deinem Sinne, ebenso wie das Versprechen einer weiteren Zusammenarbeit Dich nicht zu Preissenkungen veranlassen sollte. Besonders das nicht.

Denn wenn es einmal möglich war, Dich zum Billigpreis zu bekommen, wieso sollte dieser Kunde dann mit oder ohne Folgeauftrag jemals mehr bezahlen? Auch bei Empfehlungen willst Du ja nicht als Billigheiner weitergereicht werden, aber woher soll Dein Kunde das wissen, wenn Du Dich nicht wehrst: Es hat ja geklappt und klappt beim nächsten Mal oder nächsten Fotografen wieder.

Wichtig ist also, dass Du Deinen Preis kennst, sachlich und ohne Rechtfertigungen „verteidigst“ und bei dieser Art von Verhandlungen zum Beispiel so etwas sagst wie: „… es würde mich sehr freuen, wenn wir wirklich regelmäßig zusammenarbeiten. Gerne können wir dann ab dem zehnten Auftrag über einen Rabatt für den elften sprechen.“ Es ist für Dich von Vorteil, wenn Du Dir schon vor diesem Gespräch genau überlegt hast, was Du berechnen willst und davon auch nicht abweichst.

Was ist in Deinem Preis enthalten?

Denkst Du bei Deiner Angebotskalkulation für Fotografen in Sachen Zusatzaufwand einfach nur an Anfahrt und Spesen – oder auch an Deine Versicherungen wie Kameraversicherung und Haftpflichtversicherung und Kranken- und Rechtsschutzversicherung, Deinen Aufwand für Marketing und Verbrauchsmaterial und vor allem für Akquise?

Ausnahmslos jeden Auftrag zu bekommen ist nämlich meistens gar kein Erfolg, sondern ein Zeichen dafür, dass Du zu preiswert bist.

Was fließt bei der Angebotskalkulation für Fotografen alles mit ein?

Die Marktpreisstudie 2018 von xxlpix.net über die Angebotskalkulation für Fotografen in Studios und als Einzelkämpfer zeigt, das große Preisspannen auf dem Markt vertreten sind.

Preise für Hochzeitsfotografie liegen beispielsweise durchschnittlich bei 1.250,– Euro pro Auftrag, die ausgewertete Spanne reicht von nur 120 Euro bis über 9.000 Euro. Während kein Zweifel daran bestehen kann, dass mehr als ein Porträt der Braut für 120 Euro nicht drin sein sollte … kann es eine Vielzahl von berechtigten Gründen geben, warum professionelle Hochzeitsfoto bis fast zehntausend Euro kosten können. Vielleicht wurde ein ganzes Team beauftragt oder die Gestaltung der Location gleich mit, manchmal wird spezielle Beleuchtung gewünscht oder die Location erfordert zusätzliche Versicherungen. Die meisten Hochzeiten werden allerdings nicht so aufwendige Optionen „nur“ für Fotos buchen.

Dich einfach am Durchschnitt orientieren kannst Du aber auch nicht. Denn dieser entspricht vielleicht gar nicht Deinem Stundenlohn.

Kosten für Bewerbungsfotos beispielsweise werden laut der Marktanalyse auch mit einer Spanne von 20 bis 1.500 Euro angegeben, durchschnittlich zahlen Bewerber*innen für Businessfotos bundesweit 95 Euro. Diese großen Unterschiede ziehen sich tatsächlich durch alle Sparten von Familien- bis Event-Fotografie und der mittlere Wert stellt nur eine Orientierungshilfe dar, keine feste Regel.

Wie berechnest Du Deinen Stundensatz?

Wie hoch Dein Angebot ausfällt, kommt auf den detaillierten Leistungsumfang an, auf die Region und den Wettbewerb in Deinem Markt und vor allem darauf, von welchem Stundensatz Du leben kannst. Solltest Du Dich nebenberuflich als Fotograf*in etablieren, tust Du übrigens gut daran, weder Dir selbst noch den anderen den Preis kaputtzumachen, denn für die Kund*innen sollte es egal sein, ob Du das Geld verdienen musst oder willst. Der Studie kannst Du entnehmen, wie ein durchschnittlicher Preis aussehen kann. Passt das auch für Dich?

Das findest Du heraus, indem Du Deinen Aufwand analysierst und Deine laufenden Kosten kennst. Bitte nicht vergessen: Schon vor einem Auftrag vor Ort fällt die administrative Abwicklung an, für manche Aufträge beantwortest Du per Telefon oder Mail buchstäblich Dutzende von Fragen und bist als Location-Seelsorger, Ängste-Betreuer und Stimmungsplaner tätig. Während die auftraggebenden Personen natürlich nur das Shooting an sich und pro Stunde zahlen möchten, musst Du selbst hinfahren, aufbauen, die Einstellungen testen und erst dann kann es losgehen. Aus einer Stunde Shooting werden so schnell drei bis fünf – und mit den Bildern im digitalen Kasten geht der eigentliche Aufwand weiter.

Die Bilder müssen gesichtet und sortiert werden, dann den zur Auswahl berechtigten Menschen online bereitgestellt werden, die Auswahl nach Rücksprache betreut werden und dann wirst Du vermutlich noch bearbeiten wollen und müssen, was ausgewählt wurde. So ziemlich das Einzige, was Du in wenigen Minuten erledigen kannst, ist das Schreiben der Rechnung mit einer virtuellen Lösung. Alles andere muss in die Kalkulation Deines Angebots aber auch mit einfließen.

Welchen Tagessatz oder welches Honorar sollte ein freiberuflicher Fotograf mindestens fordern?

  • Pressefotograf, Reportagefotograf: ab 250 € /Tag
  • Fotograf redaktionelle Shootings: ab 300-500 € /Tag
  • Hochzeitsfotograf: ab 500 – 1000 € /Tag
  • Werbefotograf: ab 700 – 1500 € /Tag

Mit lexoffice kannst Du Dein Angebot so gestalten, dass Deinen Kund*innen klar wird, was im Preis für ein Auftrags-Shooting alles enthalten ist. Die einzelnen Positionen sind eindeutig aufgelistet. Verhandelbare Positionen kannst Du als „alternativ“ kennzeichnen, quasi zum Ankreuzen für die Kund*innen. Die Wahl für die günstigere Alternative bedeutet dann eben auch weniger Leistung. Das ist fair und transparent für die Kund*innen dargestellt.

Qualitätsbewussten Kund*innen kannst Du mit Lexoffice zudem„optionale“ Positionen anbieten, d.h. zusätzliche Leistungen bewerben, die zwar nicht direkt angefragt waren, die aber aus Deiner Sicht sinnvoll sind und Deinen guten Service abrunden. Per Textzeile kannst Du eine Begründung oder einen Hinweis dazu einfügen. Das Angebot für die Kund*innen ist übersichtlich und einfach zu verstehen – die Gesamtsumme im Angebot wird nicht erhöht.

Zuletzt kannst Du Deine Bestimmungen zu den Bildrechten oder andere wichtige Dokumente mit Lexoffic Standardmäßig dem Angebot anhängen.

Den Aufwand für das Erstellen der Angebots-Bausteine hast Du übrigens nur einmal, denn mit der Rechnungs- und Buchhaltungslösung speicherst Du Deine Angebotstexte zwecks Wiederverwendung ab – und erstellst mit nur einem Klick aus dem akzeptierten Angebot die Rechnung, die der Kunde parallel per Mail erhalten kann: Noch am Ort des Auftrags.

Michael Weyrauch: Business Fotograf aus dem Odenwald

Coaching und Businessfotografie sind die berufliche Erfolgskombination von Michael aus Michelstadt bei Würzberg.

Bekanntlich ist Lexoffice das perfekte Buchhaltungs-Tool für Fotografen, daher freuen wir uns besonders über konkretes Feedback zu unserem Angebot. Businessfotograf Michael Weyrauch fand unseren Artikel über Angebotskalkulation und Preisfindung für professionelle Fotograf*innen so toll, dass er spontan angerufen hat: Eine tolle Gelegenheit, Insights für Euch direkt aus der Lexoffice Community zu holen!

Carola: Hallo Michael, ich springe dann gleich mal mitten rein in unser Thema: Wieso hast du dich für den Beruf des Fotografen entschieden, was fasziniert dich daran – und, was die Mitlesenden sicher auch interessieren wird: Wie hast Du angefangen?

Michael: Hallo Carola, angefangen habe ich damals, indem ich mir Schritt für Schritt alles Wesentliche beigebracht habe, anschließend dann eine Umschulung zum geprüften Fotodesigner gemacht habe.

Aber ich sehe mich inzwischen mehr als einen Business Lifestyle-Experten für die Persönlichkeit meiner Kundschaft, der eben auch Fotograf ist: Ich mag es, mit Menschen zu arbeiten, sie zu unterstützen. Mehr Selbstvertrauen zu vermitteln, das ist eine schöne Aufgabe. Die Persönlichkeit meiner Kunden ist meine Aufgabe, das ist mein Motto.

Michael Weyrauch

Michael Weyrauch

Fotograf/Coach/Speaker und Inhaber Fotostudio

„Mein Fotostudio ist spezialisiert auf professionelle Businessfotografie und Coaching für die Persönlichkeit. Das Angebot umfasst alle Bereiche der modernen Porträtfotografie, Fotoshootings im Studio oder on Location in den Bereichen Business; Werbung sowie die Reportagen und Coaching für die Persönlichkeitsentwicklung.“

Carola: Du warst sehr angetan von unserem Artikel über Preisfindung und möchtest sogar eine Kopie in Dein Blog stellen, was wir hiermit gerne erlauben, wenn du die Quelle und Autorin angibst. Was hat dich daran so angesprochen?

Michael: Der Text trifft einfach den Nagel auf den Kopf, deswegen hatte ich dich ja auch gefragt, ob du etwa selbst professionelle Fotografin bist. Ich habe es selbst auch schon erlebt, dass meine Kundschaft nur schwer von normalen Preisen zu überzeugen war, anfangs habe ich sehr damit gekämpft. Dann habe ich aber nach und nach gelernt, mich und meine Preise durchzusetzen, drei Jahre ist das jetzt schon her, so ungefähr.

Carola: Findest du, das ist die größte Herausforderung für Fotografierende mit professionellem Anspruch, oder kennst du noch andere Schwierigkeiten für frische Fotografen?

Michael: Eine ebenso große Herausforderung ist es, sich von anderen zu unterscheiden, einen USP zu erarbeiten – die Kundschaft mit Fragen zu löchern, um herauszufinden, was gefragt ist. Neue Fotografen müssen lernen, sich und ihr Angebot zu verkaufen, das geht ganz gut über die Social Media Plattformen.

Carola: Welchen Tipp hättest du in der Gründungsphase gerne bekommen, wie du jetzt im Nachhinein weißt?

Michael: Mir hätte es sehr geholfen, mehr über Selbstvermarktung zu wissen. Wie man bekannter wird. Jetzt weiß ich: Der richtige Mix aus Online und Offline macht’s. Wobei inzwischen, ein paar Jahre weiter, vieles online stattfindet.

Ach, und noch ein Tipp für Einsteiger: Seid nicht zu vertrauensvoll, setzt nicht auf Firmen und Netzwerke, die von Euch hohe Investitionen verlangen und es kommt nichts zurück. Ich möchte jetzt keine Namen nennen, aber Vorsicht lohnt sich. Zum Glück gibt es zahlreiche seriöse Networking- und Fortbildungsangebote. Aber die Abzocker eben auch.

Carola: Wann hast du entschieden, dass dein Angebot auch in Richtung Coaching und Persönlichkeitsentwicklung geht?

Michael: Das war zuerst keine Entscheidung, eher eine Entwicklung: Ich habe festgestellt, dass ich bei meinen Shootings mit Modellen oder Kunden fast unterbewusst immer mehr zum Persönlichkeitscoach wurde, nicht nur zum Fotografen. Dann habe ich in entsprechende Weiterbildung investiert, denn es scheint mir lohnend und reizvoll, Menschen bei ihrer persönlichen Entwicklung zu helfen.

Carola: Was erwartet deine Kunden, wie darf man sich das dann vorstellen?

Michael: Das ist sehr individuell und hängt von der Einschätzung ab, die ich nach dem Kennenlernen erarbeitet habe. Jedes Coaching beginnt mit einem 30minütigen Video-Call, bei dem wir uns kennen lernen und ich erfahre, was seine oder ihre Wünsche sind, so kann ich das dann einordnen und auch konkret helfen.

Carola: Was war dein schönster Auftrag bisher? Was hat am meisten Spaß gemacht, wovon hättest du gerne mehr im Auftragsbuch?

Michael: Mein bisher schönster Auftrag war ein Projekt in Kooperation mit einer Gründerberatung. Dort habe ich viele Menschen, deren Wünsche und Ziele kennengelernt und Unterstützung leisten können. Meine Auftragsbücher waren außerdem voll mit Jobs für Modelagenturen, für die ich als Freelancer gearbeitet habe – das war eine tolle Kombi, es hat mir extrem viel Spaß gemacht, mit so unterschiedlichen Menschentypen zu arbeiten und konkret helfen zu können auf so unterschiedliche Weisen.

Carola: In solchen Phasen hat man keine Zeit für Verwaltungskrempel und braucht eine gute Lösung dafür. Seit wann nutzt du Lexoffice und wie gefällt es dir?

Michael: Mit Lexoffice arbeite ich seit 2016 zusammen und bin sehr zufrieden. Als Nächstes ist ein Upgrade fällig, das ich buchen möchte, weil Lexoffice noch so viel mehr kann als ich derzeit nutze.

Carola: Vielen Dank und weiter so spannende Aufträge, Michael Weyrauch!

 

https://www.lexoffice.de/blog/angbotskalkulation-fuer-fotografen/

https://www.lexoffice.de/blog/business-fotograf-michael-weyrauch/

 


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